2038-3-4-1-1-UK

Ordnung der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen
(Lehramtsprüfungsordnung I - LPO I)
in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. November 2002
(aufgehoben mit Ablauf des 30. Septembers 2007 - nur noch gültig gemäß § 123 Abs. 2 und 3 der Lehramtsprüfungsordnung I vom 13. März 2008 (GVBl S. 180)

Fundstelle: GVBl 2002, S. 657

Ausgabe im Zusammenhang

Zur Inhaltsübersicht

§ 49a

Ethik
Erste Staatsprüfung

(1) Inhaltliche Prüfungsanforderungen

1.
Grundlagen und Grundzüge philosophischer Ethik
a)
Ethisch bedeutsame Grundfragen aus einer Disziplin der theoretischen Philosophie entsprechend den schulischen Themenfeldern:
aa)
Sprachphilosophie (Sprache und Literatur),
bb)
Philosophie der Naturwissenschaften (Mathematik und Naturwissenschaften),
cc)
Anthropologie (Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften),
dd)
Metaphysik/Ontologie (Künstlerische und weltanschauliche Fächer); die gewählte Disziplin ist bei der Meldung zur Prüfung anzugeben.
b)
Begriff und Aufbau der Ethik in ausgewählten klassischen Werken zur philosophischen Ethik (obligatorisch: Aristoteles, Nikomachische Ethik; Cicero, De officiis; Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten; Mill, Utilitarismus).
2.
Angewandte Ethik
a)
Grundkenntnisse über zentrale Probleme angewandter Ethik und vertiefte Kenntnisse in einem der folgenden Bereiche:
aa)
Bioethik (u. a. Medizinethik),
bb)
Wirtschaftsethik,
cc)
Umweltethik/Technikethik,
dd)
Medienethik.
b)
Ethisch bedeutsame Fragen der Human- und Sozialwissenschaften.
3.
Religion
a)
Religionsphilosophie
aa)
Begriff von Religion (Gott, Verhältnis Gott- Mensch, Wahrheitsanspruch, Religionskritik),
bb)
Einblicke in die Philosophische Gotteslehre (Gottesbeweise z. B. bei Aristoteles, Anselm, Thomas von Aquin, Descartes, Kant).
b)
Religionswissenschaft
aa)
Vertiefte Kenntnisse über historische und systematische Aspekte des Christentums,
bb)
Kenntnisse über Judentum, Islam und eine asiatische religiöse Tradition (z. B. Buddhismus, Hinduismus, Konfuzianismus) hinsichtlich Lehre, Kult und Ethik,
cc)
Kenntnisse über Formen der Begegnung und der Konflikte zwischen Religionen (Identität und Wandel der Religionen, Religionskritik, religiöse Toleranz und Religionsfreiheit, interreligiöse Kommunikation).
4.
Fachdidaktik Fachdidaktische Kenntnisse (§ 37), insbesondere
a)
Verständnis und Begründung des Ethikunterrichts,
b)
Beitrag der Ethik zur Bildung,
c)
Themen philosophischer Ethik entsprechend den obersten Bildungszielen der Bayerischen Verfassung,
d)
Grundfragen der Moralpsychologie und der Moralpädagogik,
e)
empirische Werteforschung.

(2) Prüfungsteile

1.
Schriftliche Prüfung
a)
Eine Aufgabe aus der angewandten Ethik gemäß Absatz 1 Nr. 2 Buchst. a

(Bearbeitungszeit: 3 Stunden);

vier Themen werden zur Wahl gestellt;

b)
eine Aufgabe aus der Religionsphilosophie und Religionswissenschaft gemäß Absatz 1 Nr. 3 Buchst. a und b

(Bearbeitungszeit: 3 Stunden);

mindestens zwei Themen werden zur Wahl gestellt;

c)
eine Aufgabe aus der Fachdidaktik

(Bearbeitungszeit: 3 Stunden);

drei Themen werden zur Wahl gestellt.

2.
Mündliche Prüfung
a)
Grundlagen und Grundzüge philosophischer Ethik gemäß Absatz 1 Nr. 1 Buchst. a und b

(Dauer: 30 Minuten),

b)
ethisch bedeutsame Fragen der Human- und Sozialwissenschaften gemäß Absatz 1 Nr. 2 Buchst. b

(Dauer: 20 Minuten),

c)
Fachdidaktik

(Dauer: 20 Minuten).

(3) Bewertung

Bei der Ermittlung der Durchschnittsnote nach § 33 Abs. 3 Nr. 2 werden die schriftlichen Leistungen nach Absatz 2 Nr. 1 Buchst. a und b je vierfach, die mündliche Leistung nach Absatz 2 Nr. 2 Buchst. a dreifach und die mündliche Leistung nach Absatz 2 Nr. 2 Buchst. b zweifach gewertet.